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Besser sein beginnt im Detail

Apr. 26 2026
Schweißer auf kunstvolle Weise dargestellt

Nordsee, Sturm, hoher Seegang: Servicearbeiten finden unter extremem Zeitdruck statt. Ein Team hat weniger als 20 Minuten, um von einer Offshore-Windturbine zur nächsten zu wechseln. Tief verschneiter Winterwald, 15 Grad unter Null: Baumstämme werden verladen. Rund um die Uhr, an sieben Tagen die Woche. Unterschiedliche Welten, gleicher Druck. Für die Menschen im Einsatz und für die Maschinen, mit denen sie arbeiten. Bestehen können hier nur Lösungen, die technisch brillant sind. Die von Beginn an für diese Härtefälle gedacht, konstruiert und gefertigt wurden. Lösungen, die dem Anspruch von Lifetime Excellence folgen und den Kunden ihre Arbeit dauerhaft erleichtern. Genau dafür steht PALFINGER.

Es ist ein magischer Moment – der Augenblick, in dem beim Schweißen der Lichtbogen entsteht. Wenn zwischen der Elektrode des Schweißgeräts und dem Werkstück die elektrische Spannung so stark ist, dass das Schutzgas leitfähig wird, entfaltet er sich: gleißend hell, heiß, voller Energie. Das Grundmaterial schmilzt, der Schweißdraht ebenso. Eine neue Verbindung entsteht. Und hält ein Produktleben lang.

Die Naht steht im Kleinen dafür, was PALFINGER im Großen auszeichnet: Lifetime Excellence. Von der durchdachten Konstruktion bis zur präzisen Fertigung. Vom ersten Kundenkontakt bis zum Service über den gesamten Lebenszyklus. Mit smarter Technologie, die Maschinen leistungsfähiger, Anwendungen effizienter und Abläufe sicherer macht. Mit dem Anspruch, höchste Qualität zu liefern und jeden Tag noch ein Stück besser zu werden. Und mit dem absoluten Verständnis dafür, was Kunden wirklich weiterbringt. Für Innovationen, die ihre Arbeit dauerhaft erleichtern. Für Lösungen, die halten, was sie versprechen. Tag für Tag. Ein Produktleben lang. Unter allen Umständen.

Bis Ins Detail Geprüft, Smart Gefertigt

Dazu wird, lange bevor ein Produkt im Winterwald oder auf hoher See im Einsatz ist, die Qualität jeder Schweißnaht genau unter die Lupe genommen. Mit dem bloßen Auge ebenso wie mit Ultraschall- oder Röntgenprüfungen. „Welche Technik zum Einsatz kommt, hängt von der Art der Schweißnaht, ihrer Lage und Zugänglichkeit ab“, erklärt Fahimeh Naghashi, Qualitätsmanagerin bei PALFINGER. Zum Einsatz kommen auch zerstörende Verfahren wie die Makroprüfung. Dabei wird eine Scheibe aus dem Werkstück geschnitten und im Labor mit Säure geätzt – um die innere Struktur der Naht sichtbar zu machen.

Technologie spielt auch beim Entstehen der Schweißnaht eine immer größere Rolle. „Heute sind Schweißprozesse selbst beim Handschweißen stark digitalisiert“, sagt Juan Carlos Kraihammer. Er ist Experte im PALFINGER Kompetenzzentrum für Schweißtechnologie in Salzburg und kennt die Details wie kaum ein anderer. Moderne Schweißgeräte messen und regeln Stromstärke, Spannung und Drahtvorschub in Echtzeit. So wird die Tropfenbildung im Lichtbogen präzise gesteuert. Mensch und Maschine arbeiten dabei als Team: „Der Roboter macht die Meter, während der Mensch schon den nächsten Arbeitsschritt vorbereitet.“ So entsteht Qualität, die hält.

„Qualität ist nicht die Aufgabe einer Einzelperson. Sie ist Teamarbeit und in jedem Prozessschritt verankert“, sagt Qualitätsmanagerin ­ Naghashi. Das Fundament für Lifetime Excellence wird früh gelegt. In der Vor­ fertigung, wo Teile per Laser zugeschnitten und Schweißkanten passgenau vorbereitet werden. „Eigentlich beginnt es sogar schon in der Produktentwicklung“, sagt Kraihammer. In den PALFINGER Werksnormen nennt sich das „Design for Manufacturing“. Die Produkte werden von Beginn an so geplant, dass sie sich effizient fertigen lassen – schnell, präzise und in verlässlich hoher Qualität. Damit sie für die Kunden genau das tun, was sie sollen: jede Herausforderung souverän lösen.

"Qualität ist nicht die Aufgabe einer Einzelperson. Sie ist Teamarbeit und in jedem Prozessschritt verankert."


Fahimeh Naghashi
Quality Manager Marine bei PALFINGER

Härtetest im Wald

„Forstkrane arbeiten auch im tiefsten Winter“, sagt Juan Carlos Kraihammer. Die Baumstämme sind dann oft regelrecht festgefroren. Der Kran muss anreißen, anreißen und wieder anreißen. Bis der Stamm sich plötzlich löst. „Dann schnalzt der Kranarm nach oben. Da wirken gewaltige Kräfte am Kran. Die muss er aushalten.“ Und auch der Mensch, der den Kran bedient, hat viel auszuhalten – stundenlange Präzisionsarbeit bei jeder Witterung und oft unter Zeitdruck.

Um die Arbeit für diesen einfacher und sicherer zu machen, sollen die Forstkrane künftig mit einer autonomen Lösung für die Verladung von Baumstämmen ausgerüstet werden. Dann muss der Bediener Kranpositionen im Ladevorgang nicht mehr selbst definieren. Das übernimmt die Technologie. Der Bediener überwacht die Arbeitsschritte. Das bedeutet eine massive Erleichterung für ihn, mehr Sicherheit und deutlich gesteigerte zeitliche Effizienz. Gerade bei widrigen Wetterbedingungen wie starkem Regen, Wind, wechselnden Sichtverhältnissen – oder eben auch im tiefsten Winter. Ein klarer Vorteil für forstwirtschaftliche Betriebe.

Apropos Sicherheit – sie steht bei PALFINGER an erster Stelle, auch im Bereich Training: Mit dem Virtual-Reality-basierten Trainingssimulator von PALFINGER können Kranbediener absolut risikofrei und zugleich unter realistischen Bedingungen üben. Die Vorteile liegen auf der Hand: kein Maschinenverschleiß, geringe Betriebskosten, kein Unfallrisiko, wetter- und ortsunabhängig. 2026 kommt eine neue Version heraus: noch kompakter, noch einfacher in der Bedienung und noch näher an den Anforderungen im Einsatz. Das ist gelebtes „Besserwerden“, Tag für Tag. Mit dem Kunden im Fokus.

Eine Lösung zu entwickeln, die dem Bediener den Alltag erleichtert und dem Kunden einen Wettbewerbsvorteil bringt, dafür ist auch Sindre Halvorsen verantwortlich. Im norwegischen Bergen, mehr als 2.000 Kilometer von Salzburg entfernt, arbeitet er als Mechanical Engineer im Cranes Technical Department an neuen Marine-Produkten.

"Am Kran wirken gewaltige Kräfte. Die muss er aushalten."


Juan Carlos Kraihammer
Senior Expert Welding Technology bei PALFINGER

Eine Hubarbeitsbühne auf hoher See

Aktuell feilt Halvorsen an einer echten Weltneuheit: einer automatisch ausbalancierten Hubarbeitsbühne für den Einsatz auf hoher See. Sie soll die Wartung von Offshore-Windparks deutlich einfacher und sicherer für die Kunden machen. Für PALFINGER ist es eines der derzeit komplexesten Entwicklungsprojekte.

Windparks auf hoher See laufen rund um die Uhr. Ihre Wartung erfolgt im streng getakteten Schichtbetrieb von Schiffen aus. 20 Minuten, länger darf der Wechsel von Turbine zu Turbine nicht dauern. Für Transfer und Andocken bleibt da wenig Zeit. Effizienz zählt. Egal, wie die Bedingungen sind. Und in der Nordsee sind sie oft rau. Sehr rau. Mit hohem Seegang, starken Winden, in salziger Gischt und Kälte.

Für die Wartungscrew muss die Arbeit möglichst einfach und sicher sein. Gleichzeitig will das Wartungsunternehmen die Einsatzzeiten pro Turbine verkürzen. Um genau diese Kundenbedürfnisse zu erfüllen, hat PALFINGER das „Offshore Passenger Transfer System“ – kurz OPTS – entwickelt:

Erstmals werden Menschen von einem Schiff aus mit einer Mischung aus Hebebühne und Drehleiter viele Meter nach oben gehoben – und können sicher und unbeeinflusst von allen Bewegungen des Meeres arbeiten. „Wir nutzen dazu unser Wissen aus der Hubarbeitsbühnen-Entwicklung“, erzählt Halvorsen vom produktlinienübergreifenden Wissenstransfer. Aber natürlich sind die Anforderungen auf hoher See speziell. Denn es geht bisweilen gleichzeitig nach oben, seitwärts und in die Schräge.

Die Einzigartigkeit des OPTS ist, dass es an vier Stellen gleichzeitig diese unterschiedlichen Bewegungen kompensiert. Möglich wird das durch eine hochkomplexe Software. In Sekundenbruchteilen erfassen und analysieren Sensoren alle Schiffsbewegungen und antizipieren die nächste, um sie unmittelbar auszugleichen. „Schwingt das Schiff nach oben, senkt das System den Korb ab, um ihn stabil zu halten“, so Halvorsen.

"Beim 'Offshore Passenger Transfer System‘ teilen geht und kombinieren wir unser Wissen weltweit."


Sindre Halvorsen
Mechanical Engineer bei PALFINGER

Ein gemeinsames Ziel

Das OPTS vereint Wissen aus der gesamten PALFINGER Organisation: Marine-Know-how aus Norwegen, Produktentwicklung aus Österreich und Hubarbeitsbühnen-Expertise aus Deutschland. Mitarbeitende aus Italien haben Spezialwissen für die Entwicklung des Korbs beigesteuert. An der Software arbeiten Teams in Schweden und Polen. „Wir teilen und kombinieren unser Wissen weltweit“, sagt Sindre Halvorsen. Nur so kann die Entwicklung zur Serienreife in der geplant kurzen Zeit gelingen.

Dafür braucht es Teamwork. Leidenschaft für Technologie. Den Antrieb, jeden Tag ein Stück besser zu werden. Und nicht zuletzt: jene magischen Lichtbogenmomente, in denen aus Hitze, Präzision und Erfahrung perfekte Schweißnähte entstehen. Gemacht für extreme Einsätze. Gemacht für höchste Ansprüche. Gemacht für Lifetime Excellence.

Lifting Customer Value

Aus den Bedürfnissen der Kunden nahtlos integrierte Lösungen entwickeln, die Mehrwert schaffen.

Das versteht PALFINGER unter „Lifting Customer Value“.

Mit seinen strategischen Programmen „Technologie- und Marktführerschaft“ sowie  „Qualitätsführerschaft“ setzt PALFINGER bewusst Schwerpunkte und treibt diese gezielt voran: Innovationen wie das OPTS steigern Wertschöpfung und bringen die Produktivität der Kunden auf ein neues Level. Der gezielte Ausbau des Marine-Geschäfts ist Teil der strategischen Ausrichtung „Balanced Profitable Growth“ – mit seinen vielfach einzigartigen Lösungen ist es ein Erfolgsbeispiel für die Umsetzung markt- und kundenorientierter Innovationen.